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Mobiles Büro
Veröffentlicht am 11. September 2026

Die Volkshochschule Heusenstamm stellt ihren Betrieb zum 31. Januar 2027 ein

Das hat die Stadtverordnetenversammlung am 9. September beschlossen. Ich weiß, dass diese Entscheidung viele von Ihnen beschäftigt. Deshalb möchte ich erklären, warum der Magistrat sie vorgeschlagen hat und was sie für die Kurse bedeutet, die Sie kennen und schätzen.


Zuerst das Wichtigste: Das laufende Herbstsemester findet vollständig und wie geplant statt. Wer jetzt einen Kurs besucht, kann ihn regulär abschließen.

Weiterbildung ist in Hessen gesetzlich Aufgabe der Landkreise, nicht der Städte und Gemeinden. Der Kreis Offenbach unterhält dafür eine eigene Kreisvolkshochschule, und Heusenstamm finanziert sie über die Kreisumlage bereits mit. Diese Umlage ist in den vergangenen Jahren um mehr als 80 Prozent gestiegen. Mit unserer städtischen Volkshochschule haben wir also zusätzlich eine Leistung angeboten, für die wir über den Kreis schon bezahlen.

Hinzu kommt, dass sich das Programm über die Jahre stark verändert hat. Im Herbstsemester 2025 hatten unsere Kurse knapp 600 Teilnahmen. Davon entfielen gerade einmal zwölf auf klassische Bildungsangebote wie Sprachen oder digitale Themen. Der weitaus größte Teil waren Gymnastik-, Gesundheits- und Aquakurse sowie die Kinderschwimmkurse. Die Bewegungsangebote überschneiden sich zu großen Teilen mit dem, was unsere Sportvereine ohnehin anbieten. Das sind gute Kurse mit engagierten Dozentinnen und Dozenten, aber sie müssen nicht zwingend unter dem Dach einer städtischen Volkshochschule stattfinden.

Besonders am Herzen liegen mir die Kinderschwimmkurse. Schwimmen zu lernen ist für Kinder wichtig, und die Nachfrage ist sehr hoch. Deshalb steht im Beschluss ausdrücklich, dass für diese Kurse eine tragfähige Nachfolgelösung gefunden werden soll. Ein großer Teil der teilnehmenden Kinder kommt übrigens aus den Nachbarkommunen. Auch das spricht dafür, dieses Angebot gemeinsam mit dem Kreis und Partnern in der Region zu denken.

Warum jetzt entscheiden und nicht erst, wenn alle Nachfolgen verbindlich geregelt sind? Diese Frage wurde auch in der Stadtverordnetenversammlung gestellt. Die ehrliche Antwort lautet: In dieser Reihenfolge funktioniert es nicht. Kein Verein und auch nicht die Kreisvolkshochschule sagt verbindlich die Übernahme von Kursen zu, solange offen ist, ob die Stadt ihre Volkshochschule überhaupt schließt. Erst mit dem Beschluss können wir verbindlich verhandeln. Die Gespräche mit Vereinen, mit den Dozentinnen und Dozenten und mit der Kreisvolkshochschule laufen bereits, und mehrere Vereine haben grundsätzlich Interesse signalisiert. Ziel ist, dass möglichst viele Angebote ab dem Frühjahr 2027 nahtlos weitergehen. Über die Ergebnisse berichtet der Magistrat der Stadtverordnetenversammlung.

Und schließlich geht es um unseren Haushalt. Die Städte und Gemeinden im Kreis Offenbach sind finanziell am Limit. Das haben alle dreizehn Bürgermeisterinnen und Bürgermeister des Kreises gegenüber dem Land deutlich gemacht, unter anderem mit der Seligenstädter Erklärung. Wer zu Recht mehr Unterstützung für Pflichtaufgaben wie die Kinderbetreuung einfordert, muss auch bei den eigenen freiwilligen Leistungen genau hinschauen. Mit der Schließung wird eine halbe Stelle mit Personalkosten von rund 38.000 Euro im Jahr frei, die wir dort einsetzen, wo die Stadt gesetzlich in der Pflicht ist.

Mir ist bewusst, dass solche Entscheidungen nicht populär sind. Ich halte diese trotzdem für richtig, weil sie ehrlich ist. Mein Dank gilt allen Dozentinnen und Dozenten, die unsere Volkshochschule über viele Jahre mit Leben gefüllt haben. Wir setzen alles daran, dass ihre Kurse eine gute Zukunft haben.

Wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie mir gerne.

Ihr Steffen Ball Bürgermeister der Stadt Heusenstamm


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